Verjährung bei sexualisierter Gewalt I

Heute waren im Parlament, wenn auch „nur” im Rechtsausschuss, wohl weniger sichtbar als das „große Geld” die Thematik der Verjährungsfristen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt ein Thema.

In einer Anhörung ging es zum einen darum, Betroffenen im Strafverfahren Mehrfachanhörungen zu ersparen, ein längst überfälliges Anliegen.

Es wird zusammengefasst, dass die Sachverständigen mehrheitlich die Auffassung der Bundesregierung unterstützen, die Verjährung für zivilrechtliche Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung u.a. des Lebens oder der sexuellen Selbstbestimmung beruhen, auf 30 Jahre zu erhöhen. Eine Richterin schränkte jedoch ein und konnte dies nicht nachvollziehen, soweit andere Bereiche außer der sexuellen Selbstbestimmung (sprich: Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit) zugrundeliegen.

Ich kann wiederum den Standpunkt der Richterin nicht nachvollziehen. Schließlich können auch solche Verletzungen traumatisch sein und gleichzeitig in Abhängigkeitssituationen auftreten – (nichtsexuelle) Gewalt gegen Kinder, häusliche Gewalt, extremere Formen emotionaler Gewalt, freiheitsbedrohende/-entziehende Aspekte von Situationen in Sekten oder ähnliche Strukturen, gerade, aber nicht nur wenn Familien Kinder in diese hineinziehen.

Insofern fände ich einen Blick über den Tellerrand der sexualisierten Gewalt auf andere, weitere Gewaltformen durchaus wichtig, auch im Bereich des rechtlichen Umgangs damit.


0 Antworten auf „Verjährung bei sexualisierter Gewalt I“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


vier × eins =